Kaufentscheidung – Plug-in-Hybrid oder reines Elektroauto

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Vor einer Kaufentscheidung für ein Plug-In-Hybrid (PHEV) oder reinem Elektroauto (EV) ist es notwendig, sein eigenes tägliches Fahrprofil zu kennen. Im vorliegenden Beispiel gehe ich davon aus, dass überwiegend täglich kurze Strecken, ca 30-40 km, gefahren werden und von Fall zu Fall längere Strecken über Landstraßen und Autobahnen. Die gesamte jährliche Fahrleistung dürfte so um die 10.000 km liegen. Zu folgenden Punkten müssen Antworten gefunden werden, um eine möglichst sachliche Kaufentscheidung zu treffen.

Plug-In-Hybrid hat Verbrennungsmotor und Elektroantrieb

(+) Die Antriebstechnik eines Plug-In-Hybrids ist komplexer als ein reines Elektrofahrzeug, da prinzipiell zwei Antriebe in dem Fahrzeug eingebaut sind. Der Verbrenner besteht meistens aus einem bewährten Einspritzmotor, manchmal mit Turbo. Er benötigt regelmäßige Wartung, Wechsel der Flüssigkeiten und Verbrauchsmaterialien.

(+) Eine Lichtmaschine fehlt, ebenso wie eine Menge Keilrippenriemen zum Antrieb der Nebenaggregate.

(+) Ein Fahrzeug mit reinem Elektroantrieb ist wartungsärmer und besitzt keine Verschleißteile wie ein Verbrenner.

(±) Dass ein modernes Auto ein gehobenes Maß an elektronischer Technik und Sensoren besitzt, ist normal. Niemand will mehr auf LED-Licht, Klimatisierung, Navi, Tempomat, ABS, ESP, Sitz- / Lenkradheizung und Assistenzsysteme verzichten.

(+) Der 12 Volt und Akku zum Fahren sind wartungsfrei.

Vermeidung von CO2

(-) Die Herstellung der Akkuzellen benötigt CO2. Je mehr Akkuzellen im Fahrzeug in den Modulen verwendet werden, um so negativer ist die Menge der nicht brennbaren, sauren und farblosen Gases.

(+) Grundsätzlich sind Elektrofahrzeuge im Betrieb umweltfreundlicher als PHEV, da sie überhaupt keine Emissionen im Betrieb verursachen.

(-) Dem PHEV fehlt der Charme des einfachen Elektroantriebs. Er vermag das Bindeglied sein, der vom reinen Verbrenner zum reinen Elektroauto führt, bei sinkendem Anteil der Verbrenner und steigendem Elektroanteil. Bei allem Optimismus vom Lithium-Ionen-Akku zum Feststoff-Akku wird noch einige Jahre dauern und vielleicht nie als kompletter Ersatz in allen Bereichen taugen.

(-) In Frage stellen muss man die von den Herstellern angegebenen Verbrauchsangaben beim Plug-in-Hybrid, da sie weit ab von dem wirklichen Gebrauch des Fahrzeugs liegen.

Nutzung einer Gesetzeslücke für PHEV

(±) Auslöser für die Flut an Plug-in-Hybrid Neuheiten, besonders der deutschen Autohersteller, ist eine Gesetzeslücke. Bei der Ermittlung des Normverbrauchs und damit der CO2-Flottenemissionen durchfahren diese Autos den Messzyklus zweimal. Einmal mit vollem Akku und einmal mit leerem Akku. Die Fahrt ohne Verbrenner fließt bei der anschließenden Gewichtung der beiden Werte mit null ein.

Der PHEV ist eine Übergangstechnologie

(±) Es gibt keine Anhaltspunkte, die diese Behauptung untermauern. Der Plug-in-Hybrid-Antrieb ist ein Antriebssystem, denn es geht um Kraft (Drehmoment) und nicht um Geschwindigkeit.

Platzbedarf und Gewicht

(-) Richtig ist, dass doppelte Antriebstechnik mehr Gewicht ergibt, anderseits bei reinen Elektrofahrzeugen ist das Gewicht durch den vergrößerten Akku wieder aufgehoben.

(+) Noch heute ist für die Sparsamkeit des Fahrzeugs der Strömungswiderstandskoeffizient (cw-Wert) entscheidend und muss bei aktuellen Fahrzeugen unter 0,30 liegen.

Garantien der Hersteller

(+) Grundsätzlich geben die meisten Hersteller bzw. Zulieferer der Akkus zum Fahren eine Garantie von 8 Jahren bzw. Kilometerbegrenzung. Natürlich unterliegen Akkuzellen einer Alterung, aber das wissen auch die, die einen solchen Akku herstellen und ergreifen technische Gegenmaßnahmen. So arbeitet in einem Akku nie die gesamte Zelltiefe. Defekte Zellen können gegen nicht genutzte Bereiche ausgetauscht werden. Der Alterungsprozess wird so lange verzögert.

(+) Einige Hersteller gewähren auch auf Ihre Produkte ohne Aufpreis umfassende Garantien von 5 und 7 Jahren. Hierbei sind die Garantiebedingungen sorgfältig zu lesen, denn es gibt eine Reihe von Garantieausschlüssen für aufgeführte Bauteilegruppen und Verschleißteile. Mit zusätzlichem Geld können die Garantien auch verlängert werden.

Vergleich der Anschaffungspreise

Zum exemplarischen Vergleich der Anschaffungspreise habe ich hier Fahrzeuge von Hyundai / Kia und VW (Produktionsende 2019), die in der Plug-In-Hybrid Technik und als reines Elektroauto vergleichbar sind, aufgenommen. Die Preise sind aus den Preislisten der Hersteller ohne Berücksichtigung der Elektroauto Kaufprämien und Rabatt.

FahrzeugPHEV - Preis
CO2 (g/km)EV - Preis
Hyundai IONIQ - 1.6 GDI Benzin 6-Gang-DCTab 29.900€ - 35.750,00€26ab 33.300€ - 38.000€
KIA Niro 1.6 GDI Benzin 6-Gang-DCTab 32.350 - 38.050,00€29Herbst 2018
Golf mit sehr magerer Ausstattung !ab 36.900€36ab 35.900€

Vergleichen wir mit den in der Tabelle aufgeführten Fahrzeugen, ein ähnliches Fahrzeug in etwa der gleichen Größe und Plattform, zum Beispiel mit dem Hyundai i30 1.4 T-GDI DCT (124 CO2 g/km) ab 24.400€ – 28.750€, die Version mit reinem in der Leistung (kw) ähnlichem Benzin Antrieb.

Höhe der Kfz-Steuer

Zur Höhe der Kfz-Steuer für Elektroautos und für Plug-in-Hybriden habe ich bereits Berichte veröffentlicht.

(-) Je höher der in Labortests ermittelte CO2 Ausstoß, um so höher ist die jährlich abzuführende Kfz-Steuer.

(-) Plug-IN-Hybrid-Fahrzeuge, die real 40 km weit fahren können, zu fördern ist absoluter Quark!

Wertverlust

Wenn sich die Technik des Plug-in-Hybriden oder reinem Elektroauto nicht durchsetzt, werden die Fahrzeuge schwerer als reine Verbrenner zu verkaufen sein. Heute erleben wir das bei Fahrzeugen mit Dieselmotor, deren Neuzulassungen auch 2018 sinken.

(±) Aktuell sieht es so aus, dass reine EV und PHEV-Fahrzeuge steigende Akzeptanz bei Käufern haben.

Ergebnis der Vergleiche

Für Vielfahrer und Langstrecke ist heute noch ein Diesel mit hoch komplexer Technik zur Abgasreinigung sinnvoll.

(+) Wer wirklich auf alternative Antriebsarten umstellen möchte und das Nutzungsprofil, am Anfang des Beitrages angegebene Nutzungsprofil passt, sind Plug-in-Hybride mit Stromquelle zum “Tanken” mit eigener Steckdose in der Garage oder Carport eine Alternative, denn leistungsfähige Akkus für lange Strecken von 300 – 400 km realer Reichweite kosten für reine Elektroautos immer noch sehr viel Geld.

(+) Elektroauto fahren macht Spaß. Der Ärger mit der Abrechnung an der öffentlichen Ladestation ist vorhanden. Die verschiedenen Systeme sind untereinander oft nicht kompatibel, die Preise an Ladestationen für Elektroautos sehr unterschiedlich und die Infrastruktur unsicher.


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