Plug-In-Hybrid – Verschleierungstaktik bei Verbrauchsangaben?

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Wer sich mit Elektromobilität beschäftigt, der kommt auch am Plug-In-Hybrid nicht vorbei. In einem anderen Beitrag hatte ich versucht Antworten auf die Frage Ist ein Plug-In-Hybrid sinnvoll? zu geben.

Ein weiteres Thema dürften die unterschiedlichen Verbrauchsangabe durch die Hersteller bei den Ausstattungsvarianten sein. Diese werden nach dem neuen WLTP-Testverfahren ermittelt und von den Herstellern veröffentlicht.

Jeder Autofahrer kann sein individuelles Streckenprofil und dafür eine individuelle Wirtschaftlichkeitsrechnung erstellen. Dazu braucht der Interessent drei Werte:

  1. Maximale Reichweite im reinen Elektrobetrieb
  2. Stromverbrauch in Kilowattstunden pro 100 Kilometer
  3. Benzinverbrauch pro 100 Kilometer bei leerer Batterie

Klingt im Prinzip einfach, aber der Haken liegt bei der Ausprägung des Plug-In-Hybrids. Ein Beispiel soll dieses aufzeigen. Mit dem Plug-In-Hybrid und reinem elektrischen Betrieb möchte ich Kurzstrecken bis zu 40 km im Umkreis bewältigen. Das geht jedoch nur in der warmen Jahreszeit, wenn ich keine Innenraumheizung benötige. Denn sobald es draußen kalt ist und die Lithium-Ionen-Batterie erwärmt werden muss, bzw. wenn ich den Innenraum heizen will, dann schaltet der Verbrenner-Motor ein und verbrennt Benzin aus dem Tank. Ich kann also in der kalten Jahreszeit, auch bei voll geladenem Akku gar nicht rein elektrisch 40 km fahren wie es eigentlich der Gesetzgeber für die Ausgabe des E-Kennzeichens fordert. Der Grund ist, dass der Akku gerade so groß ist, dass 40 km im rein elektrischen Betrieb ohne zusätzliche Verbraucher gefahren werden können.

Die Verbrauchsangaben, ermittelt nach dem WLTP-Testverfahren, sind reine Prospektangaben!

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