Chevrolet Bolt Opel – Ampera-e – Zwillinge

In den USA wie auch in Deutschland rangieren E-Autos in der Statistik noch am Schluss der Hitparade der Zulassungen. In den USA erlässt der Staat 7.500 Dollar von der Einkommensteuer für den Kauf eines E-Autos. Kalifornien, die Nummer eins, wenn es um alternative Antriebe geht, legt weitere 2.500 Dollar hinzu. Colorado gibt eine Zusatzprämie von 7.500 Dollar. Norwegen ist der mit Abstand am besten entwickelte Markt für Elektroautos. Der Staat verzichtet bei Elektroautos auf die sehr hohe Verkehrs- und Mehrwertsteuer.

General Motors präsentierte vor zehn Jahren die Studie Chevrolet Volt, die 2010 dann in Serie ging. Zwar war der Volt noch kein reines Auto mit Akkus. Ausgerüstet war er mit Verbrennungsmotor und Range Extender. Bis heute wurde der Chevrolet Volt immerhin in mehr als 100.000 Einheiten abgesetzt. Opel bot das Modell in Europa als Ampera ab November 2011 mit mäßigem Erfolg an.

Das General Motors (GM) Kompaktmodell Chevrolet Bolt (Länge: 4,17 Meter) wird Opel mit nur mit wenigen Monaten Verzögerung voraussichtlich im Juni 2017 als Ampera-e zum Kauf anbieten.

Die Zwillinge unterscheiden sich nur in markentypischen Details, fahren aber mit der gleichen Technik und laufen vom selben Fließband in Orion-Werk im Staat Michigan, das jüngst für 175 Millionen Euro modernisiert wurde. Die Akkus werden hergestellt vom koreanischen Konzern LG Chem immer in Abstimmung an das gewünschte Anforderungsprofil von GM. Es sind insgesamt 288 Zellen, die in mehrere Module zusammengesetzt werden. Die Module wiederum bilden schließlich die Batterie.


© Fotoquelle und Bildrechte: Chevrolet

Beim Chevrolet Bolt, beziehungsweise Opel Ampera-e sitzt der Akku crashgeschützt tief im Fahrzeugboden und reicht vom vorderen Fußraum bis unter die hintere Sitzbank. Die Batterie übernimmt tragende Funktionen. Dadurch konnten die sonst üblichen hohen Einstiegsschweller vermeiden werden. Das Vertrauen der Entwickler in den 430 Kilogramm schweren Akku ist groß. GM wie Opel geben acht Jahre oder 100.000 Meilen (160.000 Kilometer) Garantie.

Im Orion-Werk hebt ein automatischer Hubwagen den Akku unter den Ampera-e, genau an die Stelle, wo der Chevrolet Sonic seinen Benzintank erhält. Die Fertigung ist im Werk flexibel und kann je nach Ordereingängen gesteuert werden. Mal sind es mehr Chevrolet Sonic, die produziert werden, mal mehr Volt bzw. Ampera-e.

Wie viele Elektroautos GM jährlich herstellen wird ist offen. Alles hängt von der Nachfrage ab …

Beide Fahrzeuge haben den großen Vorteil, kein Zweitwagen mehr sein zu müssen, da das E-Auto zur Kompaktklasse gehört. Die theoretische Reichweite von 500 Kilometern bzw. 383 Kilometern, je nach welcher Norm gemessen wird, verändert die Landschaft der Elektromobilität positiv.

Der Preis des Bolt wird 29.995 Dollar kosten nach Abzug der steuerlichen Förderung. Der Ampera-e dürfte etwa bei 35.000 Euro liegen.

Der Verkauf startet zuerst in Norwegen, dann in Deutschland, Frankreich, Niederlande und Schweiz in ganz geringen Stückzahlen!

Ergänzung vom 15.06.2017: In der Preisliste von GM GM wird der Preis für den Chevy Bolt EV Akku als Ersatz mit 15.734,29 US-Dollar (14.113,86 Euro) angegeben. Das ergibt rechnerisch einen Preis pro kWh von 262 US-Dollar (234,982 Euro). Die Preise pro kWh sollen in den nächsten Jahren weiter sinken.