Wo enden die Regierungen und wo beginnt die Autoindustrie?

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Diese Frage stelle ich mir immer öfters, wenn man die Schlagzeilen und Berichte in den Medien liest. Wieder einmal torpediert Volkswagen härtere Abgasziele in der EU. Offensichtlich bot der Lobbyist von Volkswagen nach Medienberichten an, gleich mehrere EU-Kommissare von lascheren Grenzwerten zu überzeugen.

  1. Die europäische Autoindustrie hat in Brüssel massiv gegen höhere CO₂-Grenzwerte lobbyiert.
  2. Die EU-Kommission hat ihre ursprünglichen Pläne deutlich gelockert.
  3. Sanktionen für Autohersteller wird es nicht geben, ebenso wenig wie eine Quote für Elektroautos.

Man könnte manchmal an der Rückratlosigkeit der Politiker verzweifeln…

Die etablierten Autohersteller, mit Ausnahme von Tesla, wollen mit der Eelektromobilität nur die CO₂-Werte ihrer Produktion senken, am Verkauf größerer Stückzahlen von E-Autos sind sie nicht interessiert. Schließlich ist das Vertriebs- und Servicenetz auf Verbrenner ausgelegt. Das verursacht anfänglich hohe Kosten in der Entwicklung, Aufbau einer neuen Infrastruktur und senkt die Boni für das Management und Gewinne der Aktionäre.

Die seltsamen Ansichten vom CEO von FCA

Im Jahr 2014 verprellte der Chef von FCA Sergio Marchionne Elektroauto Interessierte mit einer eigenartigen Aussage: Er hofft, dass möglichst wenige Interessenten den als Compliance Fahrzeug produzierten Fiat 500e kaufen. Denn Fiat hat mit dem Fahrzeug ein gewaltiges Problem. „Ich hoffe, sie kaufen ihn nicht. Denn jedes Mal, wenn ich einen verkaufe, kostet es mich 14.000 $“, sagte er damals während einer Konferenz.

Angeboten wird dieses E-Auto nur, weil der US-Gesetzgeber verlangt, dass jährlich eine bestimmte Anzahl an Elektroautos verkauft werden.

 

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