Anmerkungen zur Elektromobilität

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Tesla Unfälle durch zerstörte Radaufhängungen

Offensichtlich gab es Probleme. Mit dem Link Tesla suspension problems landet der Leser bei vielen Beschwerden über durch Rost oder Unterdimensionierung zerstörte Radaufhängungen. Tesla hatte die gehäuften Probleme zu übertünchen versucht, heraus gekommen ist es natürlich trotzdem. Die US-Straßenverkehrsbehörde hat sich dann Mitte 2016 der Sache angenommen, was daraus wurde, weiß ich nicht.

Jedenfalls fällt auf, wie oft bei Unfall-Teslas abgerissene Rädern zu sehen sind. So etwas kann das an sich gute Image gerade in der Luxusklasse schwer beschädigen. Man merkt an solchen Details schon, dass Tesla ein relativ junger Hersteller ist – was an sich nicht verkehrt ist, nur muss die Qualität auch überlegen sein.

Probleme der Elektromobilität

Das gilt letztlich für das E-Auto generell – es muss aus Sicht des Käufers eindeutige Vorteile bieten oder bei gleicher Leistung viel billiger sein. Von beidem sind wir weit entfernt. Deshalb fährt weiterhin nur ein verschwindend geringer Teil der Leute aus Prestigegründen so einen Wagen. Egal ob man den fünfstelligen Aufpreis für die Batterie nun auf die Kilometerleistung umlegt oder zu den Anschaffungskosten zählt – wirtschaftlich ist es nach wie vor vollkommen irrational, sich ein Elektroauto zuzulegen. Abgesehen davon, dass das Gros der Leute sich keinen Wagen für mehr als 10.000 Euro leisten kann.

Bei den technischen Fortschritten in der Vergangenheit waren die Vorteile dagegen jeweils so evident, dass die Leute sich ohne politischen Druck innerhalb weniger Jahre aus freien Stücken dafür entschieden haben.

Betrachtet man das Kernproblem der extrem teuren, ressourcenintensiven, an Kapazität verlierenden und nicht schnell beladbaren Batterie, erscheint die Brennstoffzellentechnologie prinzipiell überlegen, wie sie Toyota verfolgt. Das kann man aber ruhig dem Markt überlassen, anstatt seitens fachlich inkompetenter Politiker immer neue Experimente anzufangen.

Die Kölner E-Busse scheitern ja nicht daran, dass die Chinesen eine Fehlkonstruktion abegliefert hätten – sie scheitern an politischen Zwängen, der Realität und an der Physik – speziell im Winter. Ist eigentlich alles seit 120 Jahren bekannt..

Das ist eben das Kuriose am Versuch Elektroautos für den Stein der Weisen zu erklären. Im Unterschied zu den Innovationen der letzten 120 Jahre ist es eine alte Technologie mit bekannten Stärken und Schwächen, die man mit Gewalt herbeizureden versucht.

Dazu kommt das Problem des gigantischen zusätzlichen Strombedarfs, wenn auch nur 10 % von den Millionen Autos ihre Energie (Energiewende) nicht mehr aus fossilen Brennstoffen beziehen würden. Wo soll der Saft in Terawatt-Größenordnung herkommen, wenn man keine Gas-, Kohle- und Kernenergie nutzen möchte? Kann alles keiner sagen…

Leute wie Maybach, Ford, Porsche und Konsorten – denen vielleicht etwas Neues gelingen würde – gibt es heute nicht mehr. Dafür fehlt speziell in Europa inzwischen die Grundlage in Form einer breiten technischen Bildung, ergebnisoffener Forschung sowie einer positiven Grundeinstellung zur individuellen Mobilität über Fahrräder (für’s Volk) und gepanzerte Limousinen (für die Politiker) hinaus…

Gastbeitrag: Michael Schlenger

 

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