Unterschiedliche Technikkonzepte E-Autos

Wenn man sich näher mit den technischen Konzepten von E-Autos befasst, so findet der Interessierte im Jahr 2017 drei unterschiedliche Konzepte für die Unterbringung des E-Antriebes und des Akkupacks. Sehr deutlich ist erkennbar, dass einige Hersteller für Verbrenner und Elektroantrieb die gleichen Konstruktionen verwenden. Einzig das Chassis der Tesla Modelle hat die Akkupacks im Fahrzeugboden verstaut.

Beispiel Tesla

In der Karosserie vom Tesla Model S gibt es zwei Kofferräume, vorne und hinten. Grund ist, dass der Motor beim einachsigen Antrieb wie auch beim zweiachsigen Antrieb in der Höhe der Achsen gelagert ist. Der Wechselrichter ist direkt an dem Elektromotor angeflanscht. Der Boden der Fahrzeuge von Tesla ist für die Aufnahme der Akkus vorgesehen. Man ist hier quasi wie früher zur Leiterrahmentechnik zurück gekehrt.


© Videoquelle YouTube und Urheberrecht: Tesla Review

Im Video wird das Chassis mit der optional bestellbaren Luftfederung gezeigt.

Beispiel Nissan Leaf (2014)

Beim Nissan bilden das Ladegerät (Charger), Wechselrichter (Inverter) und Motor aufeinander gestapelt eine Einheit. Der Akku wurde unter den Sitzen im Boden des Fahrzeugs eingebaut. Der Motorraum ist also analog einem Verbrenner mit Komponenten voll gefüllt. Raumvorteile gegenüber einem Verbrenner sind keine vorhanden.


© Videoquelle YouTube und Urheberrecht: mikeatyouttube

Beispiel Hyundai Ioniq electric

Der technische Aufbau beim Hyundai Ioniq electric mit Ladegerät (Charger), Wechselrichter (Inverter) und Motor bildet aufeinander gestapelt eine Einheit. Der Motorraum ist also analog einem Verbrenner mit Komponenten voll gefüllt. Raumvorteile gegenüber einem Verbrenner sind keine vorhanden, da Verbrenner, Plugin-Hybrid und electric eine Karosserie haben.

Hyundai Ioniq Electric
Hyundai Ioniq Electric © Fotoquelle und Bildrechte: www.hyundai.de

Beispiel KIA Soul EV

Der technische Aufbau beim KIA Soul EV mit Ladegerät (Charger), Wechselrichter (Inverter) und Motor bildet aufeinander gestapelt eine Einheit. Der Motorraum ist also analog einem Verbrenner mit Komponenten voll gefüllt. Raumvorteile gegenüber einem Verbrenner sind keine vorhanden, da Verbrenner, Plugin-Hybrid und electric eine Karosserie haben. Der Akkupack wurde unterhalb des Kofferraums und der Rücksitzbank platziert.

Beispiel Chevrolet Bolt bzw. Opel Ampera-e

Opel Ampera-e Plattform
Opel Ampera-e Plattform © Fotoquelle und Bildrechte: Opel

Auch bei der abgebildeten Plattform zeigt sich, dass die Antriebstechnik des Chevrolet Bolt bzw. Opel Ampera-e unter der vorderen Motorhaube sitzt. Die Version mit Verbrenner wird in der Fabrik auf den gleichen Bändern hergestellt, um die Produktion flexibel den Bedürfnissen anzupassen. Auffallend ist zumindest an der Abbildung, dass unter der Motorhaube, also vorne wenig Komponenten integriert sind. Unterhalb der Akkus sollen Kühlelemente verbaut sein.

Beispiel Volkswagen Golf

Da die vorhandene Karosserie des Golf VII „elektrifiziert“ wurde, mussten der Akku unter den Rücksitzen, unterhalb des Kofferraums und vorhandenen Kardantunnels untergebracht werden.

Fahrgestell e-Golf
Fahrgestell e-Golf © Fotoquelle und Bildrechte: Volkswagen AG

Für den Akku ergibt sich somit eine sehr zerklüftete Bauweise. Wie dieser verteilte Akkublock bei schneller Aufladung bzw. hohem Stromverbrauch gekühlt werden kann, bleibt ein Geheimnis der Konstrukteure.

Das der mit dem e-Golf eingeschlagene Weg nicht die Zukunft ist, zeigt die nachfolgende CAD-Zeichnung:

VW Elektroauto Plattform MEB
VW Elektroauto Plattform MEB © Fotoquelle und Bildrechte: Volkswagen AG

Auf dieser konzeptionellen Basis will Volkswagen und seine Tochtergesellschaften in den nächsten Jahren mindestens 30 neue Batterie-Elektrofahrzeuge auf den Markt bringen.

Konzept Bosch eAxle

Bosch hat zukünftige E-Fahrzeuge einen kompakten E-Antrieb vorgestellt, der Einsparungen bei Raumbedarf und Montage versprechen soll.

Beispiel Projekt Fiat-Chrysler

Auch bei dem auf der CES 2017 in Las Vegas vorgestellten FIAT-Chrysler Konzept für einen Minivan sieht man sehr deutlich die Anordnung des Elektromotors in Höhe der Vorderachse und des Akkupacks in einer Wanne am Boden des Fahrzeugs analog dem Konzept von Tesla, um den maximalen Raumgewinn und möglichst tiefen Schwerpunkt für das neue Fahrzeug zu bekommen. Das Konzept soll erst nach 2018 realisiert werden.

FIAT-Chrysler Portal (Konzept)
FIAT-Chrysler Portal (Konzept) © Fotoquelle und Bildrechte: FIAT-Chrysler

Beispiel Plattform Renault – Nissan – Mitsubishi

EV Platform Nissan Mitsubishi Renault
EV Platform Nissan Mitsubishi Renault © Fotoquelle und Bildrechte: Alliance 2022

Wer diesen Plattformvorschlag genauer betrachtet, stellt fest, dass der Elektromotor vorne liegt, ebenso die Leistungselektronik und im Heck die Akkus. Somit kann man jedes Fahrzeug prinzipiell mit elektrischem Antrieb und mit Verbrenner ausrüsten. Natürlich sind bei diesem Baukastensystem Änderungen Anpassungen an die jeweils benötigten Komponenten nötig. So dürfte es realistisch sein bis Ende 2022 mehr als neue Millionen Elektraoautos basierend auf einer gemeinsamen Plattform zu produzieren.

Fazit 2017: Man sieht, dass als CAD-Zeichnungen viele Konzepte existieren. Studien haben wir genug gesehen…

 

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